25 Prozent günstiger ist leicht, wenn man Ausfälle in Kauf nimmt. Die Kunst ist, 25 Prozent zu sparen und die 99,9 Prozent zu halten, während man den Anbieter unter dem laufenden Betrieb austauscht.
Zuerst der ehrliche Rechentrick hinter der Zahl. 99,9 Prozent Verfügbarkeit beziehen sich auf den Normalbetrieb, geplante Wartungsfenster sind ausgenommen. Erlaubt der Kunde aber nur acht Stunden ungeplante Ausfallzeit im Jahr, sind die operativen Anforderungen hoch. Der Trick ist, die langlaufenden Arbeiten vorzuziehen: das Laden der neuen Umgebung, den Abgleich der Anpassungen, Prüfen und Testen, die Entwickler einbinden, Doku und Trainings. Die eigentliche Downtime ist dann nur noch der Cutover selbst. Das passiert nicht am Dienstagnachmittag, und Kunde, Partner und interner Support arbeiten dabei Hand in Hand.
Drei Anbieter, eine Lehre
Der Weg dahin ging über drei Anbieter. Der erste war fachlich stark, im Mutterkonzern fest verankert und schlicht viel zu teuer. Der zweite hatte kompetente Ansprechpartner, lieferte aber intransparent und unter der Erwartung. Genau hier schlug der Unterschied zwischen einer weichen Zielzusage und einem bindenden Service Level zu: Offiziell hatten wir kaum Handhabe, faktisch war es Dauereskalation. Wir hatten keine realistische Chance, bis zur Konzernspitze zu eskalieren, weil der Betrieb, um den es ging, in diesem Riesenkonzern verschwindend klein war. Man hat keine Stimme, wenn der benötigte Service nicht das Hauptgeschäft des Anbieters ist.
Also im dritten Schritt bewusst klein, aber fein. Für diesen Anbieter war unser mittelgroßer Betrieb ein Sahnestück, die Geschäftsführung saß selbst am Verhandlungstisch, und es folgten eine reibungslose Übernahme und ein entspannter Betrieb. Die Ausschreibung mit fünf Anbietern und rund sieben Millionen Euro Volumen bestätigte am Ende, was das Bauchgefühl vorher ahnte: wie weit der erste Anbieter über dem Markt lag. Daher der Löwenanteil der 25 Prozent.
Wählen Sie einen Betriebspartner nie nur nach Preis und Logo. Fragen Sie, ob der Service, den Sie brauchen, sein Hauptgeschäft ist, und ob Sie groß genug sind, um bei ihm eine Stimme zu haben. Wenn nicht, sind die schönsten Zusagen unverbindlich.